Liebe Freunde und Unterstützer
Das neue Jahr ist jetzt schon wieder einige Monate alt, aber die Kinder und Jugendlichen des „Rays of Hope Centres“ möchten es nicht versäumen, Ihnen ein gesegnetes und zufriedenes Jahr 2011 zu wünschen. Seit unserem letzten Weihnachtsbrief ist in unserem Centre wieder einiges Erlebnisreiches passiert, an dem wir sie gerne teilhaben lassen möchten.
Zunächst einmal sind alle Kinder und Jugendlichen, sowie das Betreuerteam, Dank Gottes Gnade, gesund in das neue Jahr gekommen. Am 09.01 wurde es im First Contact Place wieder lebendig, da unsere Kinder aus ihren Weihnachtsferien zurück kamen und der Alltag im Haus wieder einkehrte. Nach einer ausgiebigen gemeinsamen Evaluation über das vergangene Jahr, starten wir mit neuen Zielen und Impulsen in die kommenden Monate.

Ein Neuzugang im Jungenhaus

Seit Ende Januar arbeitet die Volontärin Kristin auch im Jungenhaus (FCP). Sie wurde von den Jungen herzlich aufgenommen und fühlt sich trotz der männlichen Überzahl pudel wohl ;-). Insbesondere das soziale Verhalten und Engagement der Jungen hat sich in den letzten 2 Jahren erheblich verbessert. Die Strukturen und Regeln im FCP bieten den Kindern Halt und Orientierung. Es lässt sich sagen, dass die Jungen zu einer großen Familie zusammengewachsen sind, wo jeder seine Aufgaben und Verpflichtungen hat. Aber auch unsere Jungen versuchen, so wie deutsche Jugendliche, sich aus Verpflichtungen und Zuständigkeiten herauszuziehen und andere dafür verantwortlich zu machen. Unsere Aufgabe als Betreuer ist es daher, regelmäßig auf die Einhaltung der Regel hinzuweisen und die Heranwachsenden zu korrigieren, zu motivieren und zu unterstützen.

Ein Computer(t)raum wird wahr...

In den letzten Jahren wurde vermehrt festgestellt, dass unseren Kindern die Praxis an den Computern fehlt. Die wenigsten Schulen haben überhaupt einen Computerraum und wenn, besteht er aus maximal 10 Computern für 70-100 SchülerInnen. Somit beschränkt sich der Informatikunterricht zumeist auf das theoretische Lernen aus Büchern. Dank einer Sonderspende hatten wir die Möglichkeit einen Computerraum im First Contact Place einzurichten, der mit allem ausgestattet ist, was wir zum Lernen brauchen. Am 29.01 wurde der Raum nach dreimonatiger Bauphase eingeweiht und eröffnet. Dieser Tag war für das gesamte Projekt ein wunderbares Ereignis. Zunächst feierten wir an diesem Tag einen gemeinsamen Gottesdienst, in dem auch das neue Trimester eröffnet wurde. Anschließend segnete der Priester unseren neuen Computerraum und auch unser Rektor Bonney Amaachaab würdigte den Raum mit einer bewegenden Ansprache. Nach langer Zeit der Spanung wurde dann schließlich der Raum für unsere Kinder und Jugendlichen geöffnet. Der Tag wurde abgerundet mit einem leckeren Essen und Musik, die zum Tanzen einlud. Seit Anfang Februar bieten wir nun Computerunterricht für sechs verschiedene Lerngruppen an und arbeiten gerade an einem Lehrplan, der zum einen den Kindern und Jugendlichen einen kompetenten und strukturierten Unterricht ermöglichen, als auch weiteren Volontärsgenerationen und lehrenden Mitarbeitern eine Orientierung für das Unterrichten geben soll.

Kreativitätsförderung durch Musikunterricht und "Kreativer Gruppenarbeit"

Des weiteren hatten wir während unserer Jahresevaluation festgestell, dass die Kreativität unserer Kinder und Jugendlichen besser gefördert werden sollte. Neben einem "Tag der Kreativen Gruppenarbeit" im Jungenhaus, wird seit Mitte März ein hausinterner Gitarrenunterricht angeboten. Kristin, die seit 16 Jahren aktiv Gitarre spielt, unterrichtet 2 Gruppen mit jeweils 4 Jungen. Der Gitarrenunterricht fördert zum einen die Kreativität und Musikalität der Kinder und bietet zum anderen einen Ausgleich neben dem Schulalltag. Das Ziel ist es neben der Kreativitätsförderung, die nächsten hausinternen Gottesdienste musikalisch mitzugestalten und neue religiöse Lieder einzustudieren.

Der christliche Glaube soll unseren Kindern Halt und Orientierung geben Zudem wird auch ein Augenmerk darauf gerichtet sein, den christlichen Glauben noch spürbarer in das alltägliche Leben der Kinder miteinzubeziehen. Zum Beispiel nehmen derzeit 16 Kinder und Jugendliche unseres Centres an einer wöchentlichen Taufvorbereitung in der lokalen Kirchengemeinde teil. Auch das tägliche Morgengebet mit Bibelteilen, das Abendgebet und ein Monatsmotto, dass wir an jedem dritten Dienstag im Monat teilen, tragen weiter dazu bei.

Das Programm im zweiten Trimester

Neben all diesen Bestrebungen haben wir auch in diesem zweiten Drittel des Schuljahres 2010-2011 wieder ein buntes Programm mit unseren Kindern entwickelt. So luden wir am 26. Februar erneut eine professionelle Bildungs- und Berufsberaterin ein. Sie baute auf ihr Dezember-Seminar mit unseren Jugendlichen auf, indem sie deren Kenntnisse und Verständnis des komplexen ghanaischen Schul- und Prüfungssystems auffrischte und vertiefte. Sie beriet und motivierte unsere Jugendlichen in deren Lernverhalten und in der vorraussichtlichen Berufswahl. Ein spezielles Beratungsprogramm wurde am selben Tag auch für unsere älteren Jugendlichen organisiert, welche nicht mehr mit uns im Center leben, sondern in verschiedenen Orten Ghanas weiterführende Bildungsinstitutionen besuchen oder bereits von uns reintegriert wurden. Es ist uns ein Anliegen, auch zu diesen jungen Erwachsenen weiterhin eine gute Beziehung zu pflegen, um sie bei ihrer Reintegration zu begleiten und nachhaltig beraten zu können.
Am 26.03 werden alle Kinder und Jugendlichen und das Team nach Cape Coast und Elmina fahren, um dort die zwei Sklavenburgen zu besichtigen. Neben dem Bildungsaspekt, der damit verbunden ist, möchten wir unseren Kindern und Jugendlichen auch einmal ermöglichen, ihre eigenen „vier Wände“ zu verlassen, um eine neue Umgebung mit Freunden zu erkunden. Mit einer Abschlussmesse werden wir am 16.04 das zweite Schultrimester beschließen und in die Osterferien gehen.

Unsere Examenskandidaten

Mit großem Stolz möchten wir auch betonen, dass wir dieses Jahr 5 "Kandidaten" vorweisen können, die vorraussichtlich im April ihren Realschulabschluss mit Erfolg abschließen werden. Oppong H., Ibrahim A., Jonathan K., Mary T. und Charity D. werden in ihrer Examenswoche, die am 11.04. beginnt, über die Lerninhalte der letzten 3 Jahre geprüft. Im Anschluss werden sie eine gewisse Zeit auf ihre Ergebnisse warten müssen.

Das Problem mit der Englischen Sprache...

Die Defizite unserer Kinder im Englischen sind wohl nicht von der Hand zu weisen. Durch einen Buchstabierwettbewerb, einem Grammatikquiz und zahlreichen Stunden der Hausaufgabenbetreuung haben wir gemerkt, dass wir unsere Jungen und Mädchen noch intensiver im Fach "Englisch" fördern müssen. Daher soll es in absehbarer Zukunft eine kleine Bücherei geben, in der sich die Kinder Bücher ausleihen können und so ein besseres Gefühl für die Sprache bekommen. Auch versuchen die Volontäre die Hausaufgabenbetreuung individueller zu gestalten und auf die Probleme intensiver einzugehen, soweit dies mit der begrenzten Personalkapazität möglich ist.

Und auch die Mitarbeiter bilden sich fort...

Mitte Februar machten sich die Volontäre Björn und Kristin nach Abetifi auf, um dort an einem Zwischenseminar teilzunehmen. Mit weiteren 34 deutschen Volontären, die größtenteils in Ghana ihren Einsatz verrichten, erlebten sie eine bereichernde Zeit. Während dieser Tagen reflektierten sie über die vergangenen 6 Monate in Ghana und bekamen zudem durch die unterschiedlichsten Gespräche neue Ideen und Impulse für die nächsten 6 Monate, die sie gerne in das Projekt mit einfließen lassen möchten. Auch war es für die beiden wie eine kleine Reise „in die Heimat“, da man sich zwischen so vielen deutschen Volontären ein bisschen wie in Deutschland fühlte. Wieder zurück in Ashaimen arbeiten Björn und Kristin mit neuer Motivation und Zielen in ihren Zuständigkeitsbereichen.

Auch Tobias Zellner, Mentor der Volontäre, und unser Bildungsbeauftragter Evans Azamelah waren auf einem Workshop in Cape Coast. In diesem Seminar ging es überwiegend um die Zusammenarbeit zwischen Volontären und den Projektpartnern, als auch über die Zusammenarbeit und den Kontakt zwischen Projektpartnern vor Ort und in Deutschland. Für alle Beteiligten war auch dieses Seminar von großer Bedeutung, da Tobias und Evans unterschiedlichste Projekte und deren Struktur kennenlernten und bereichernde Kontakte knüpften.

Herzliche Grüße nach Deutschland

Nach diesem ausführlichen Bericht über das Leben und Wirken im Rays of Hope Centre bleibt uns nur noch, Ihnen von Herzen für ihre jahrelange Unterstützung zu danken und Ihnen eine spürbare Fastenzeit zu wünschen, in der wir uns alle auf das bedeutsamste Fest, die Auferstehung unseres Herrn, vorbereiten.
Es grüßen Sie in großer Verbundenheit und Dankbarkeit
Die Kinder und Jugendlichen des Rays of Hope Centres und das gesamte Mitarbeiter-Team