Liebe WohltäterInnen und SpenderInnen der Aktion "Lichtblicke",

Langsam aber sicher verschwindet hier in Ashaiman der Harmattan − ein trocken heißer Wüstenwind, der feinsten Sandstaub aus der Sahara durch die Luft befördert. Ein erster erlösender Regenschauer hat die sicher kommende Regenzeit angekündigt. Und ähnlich sicher steuern wir auch auf Ostern zu − die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi − die Feier der Christenheit vom Gehen und Kommen − Tod und Leben. Wie bewusst feiern wir dieses alljährlich wiederkehrende Fest?

Zur Osterzeit 2013 möchte ich die Möglichkeit ergreifen, mich Ihnen vorzustellen. Mein Name ist Jan Mühlenbrink und ich bin seit Anfang Februar diesen Jahres in Ashaiman eingetroffen, um die Leitungsfunktion in der NRO "Rays of Hope Centre" für die nächste Zeit (bis zu 3 Jahre) zu übernehmen. Da ich dem Projekt schon lange verbunden bin, müsste ich dem ein oder anderen bekannt sein. Dennoch kurz zu meiner Person: Im Jahr 2000/01 war ich bereits als Volontär für ein Jahr in Ashaiman.

Während meines anschließenden Studiums für Soziale Arbeit sowie der 5- jährigen Berufszeit als Leiter einer Tagesschülergruppe im Jugendhaus Salesianum waren mir "Aktion Lichtblicke" in Ghana sowie deren Initiatoren Pater K. Lienhard und später Pater B. Heisterkamp stetige Begleiter auf meinem Lebensweg. Nach gründlicher Überlegung trat ich den Entschluss, die anspruchsvolle Aufgabe anzunehmen, eine Vision weiterzubringen, mit der ich nun bald 13 Jahre "mitfiebere".

Akwaaba! Diesen ghanaischen Willkommensgruß kennen Sie sicher schon aus früheren Erlebnisberichten; wer zuvor in Ghana war, dem ist er garantiert zu Ohren gekommen. Dass dies nicht nur eine oberflächliche Floskel gegenüber Touristen und Fremden ist, sondern Ausdruck einer tief verankerten Gastfreundschaft innerhalb der ghanaischen Gesellschaft, habe ich bereits vor 13 Jahren erfahren. Dennoch bin ich überwältigt von der Art und Weise, wie ich hier empfangen wurde!

Der Tagesablauf im FCP (First Contact Place) mit seinen derzeit 23 Schützlingen läuft reibungslos und eingespielt. Mr. Evans Azamelah ist seit 1999 mit Herzblut dem Projekt verbunden und hat die letzten Jahre als "Educational Officer" (pädagogischer Leiter) einen engen Bezug zu den Kindern und Jugendlichen aufgebaut.

Zudem haben mittlerweile junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren Verantwortung übernommen, die z.T. als Kinder ins Projekt gekommen sind und nun entweder Abiturienten, "National Server" (entspricht Bundesfreiwilligen in Deutschland) oder Studenten an der "Polytechnic" (Fachhochschule) sind. Durch vorbildhafte Mitgestaltung des Alltags, Aushilfe bei den "Preps" (abendliche Hausaufgaben- und Lernzeit) als auch durch die vorübergehende Vertretung des "Caretakers" (Betreuer) Mr. Peter Adu sind sie eine Bereicherung für die Organisation. Unser diesjährig einziger Volontär Tobias Weiß widmet sich verstärkt dem Unterrichten von Computerkenntnissen, trotz häufigen Stromausfalls.

Wie geht es weiter? Was sind unsere nächsten Schritte und Ziele? Bestimmt wissen Sie schon aus der einen oder anderen Berichterstattung, dass wir aufs Land ziehen wollen. Vielleicht sind Sie´s auch schon langsam leid, dies zu hören. Fakt ist jedoch, dass wir ein sehr großes Grundstück erworben haben, wobei die Grenzlinien nicht eindeutig waren. Nachdem dies nun endlich geklärt ist, wird die Grundstücksmauer samt Eingangstor momentan fertiggestellt. Unsere Vision von einem besseren Zuhause für unsere Zöglinge − und insbesondere der Aufbau eines Zuhauses für Mädchen ist nach wie vor brennend. Ein weiterer wichtiger Aspekt für den Weg in eine nachhaltige Zukunft ist jedoch der Ausbau von lokalen Ressourcen zur Gewinnung finanzieller Mittel. Dazu soll auch das große Grundstück helfen.

Gerne würde ich an dieser Stelle weiter ausholen und konkrete Schritte in die Zukunft nennen, jedoch befinden wir uns aufgrund der stattgefundenen personellen Veränderungen noch in der Einarbeitungs- und Findungsphase. So möchte ich Sie noch um etwas Geduld bitten und lehne mich dabei an ein altes ghanaisches Sprichwort an, welches lautet "Kakra kakra, akoko be nom nsuo" und so viel bedeutet wie "Langsam, langsam trinkt das Huhn Wasser". Ich kann Ihnen versprechen, dass Sie stetig auf dem Laufenden gehalten werden.

Je nach Lebensphase, in der wir gerade stehen, haben wir von Jahr zu Jahr einen unterschiedlichen Bezug zu Ostern. Dieses Osterfest 2013 werde ich hier in Ashaiman ganz bewusst und intensiv wahrnehmen. Ich lege meine Verantwortung, Energie und Freude sowie Hürden und Sorgen für die neuen Aufgaben in Gottes Hände.

Im Namen aller Kinder und Jugendlichen und Mitarbeiter von Rays of Hope wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest 2013.

Ihr
Jan Mühlenbrink