AKTION LICHTBLICKE ASHAIMAN GHANA



Du bist der Gott der Schwachen
und der Helfer der Geringen;
Du bist der Beistand der Armen,
der Beschützer der Verachteten
und der Retter der Hoffnungslosen.
Judit 9,11


Liebe Freunde und Unterstützer der Aktion Lichtblicke,
ganz herzlich grüßen wir Sie im Namen aller Mitarbeiter und der Kinder. Von Herzen danken möchten wir Ihnen für die vielen Spenden, die uns Tag für Tag helfen und das Fundament für unsere gemeinsame Arbeit bilden. Seit vier Monaten sind wir neuen Volontäre nun in Ashaiman, nachdem wir nach der schönen Aussendungs- und Jubiläumsfeier ins „Abenteuer Afrika“ aufgebrochen sind.
Mittlerweile haben wir uns gut eingelebt und möchten nun die Gelegenheit ergreifen Sie über Erlebnisse und Neuerungen im First Contact Place und Mama Magaret Home zu informieren.


Angekommen...
... sind wir Volontäre mittlerweile nicht nur körperlich sondern ganz und gar. Geholfen hat uns dabei der gut zweiwöchentliche „culture course“ der nach unserer Ankunft im Center der Salesianer Don Boscos stattfand. Wir lernten die wichtigsten Ausdrücke und Redewendungen in Twi, der meistgesprochenen Sprache Ghanas, die wichtigsten Regeln, die es in der westafrikanischen Kultur zu beachten gilt, wichtige Eckdaten der Geschichte Ghanas und hörten einiges über Pädagogik. Bestens ausgerüstet und voller Tatendrang begannen wir zunächst nach und nach mit unserer Arbeit im First Contact Place und dem Girlshouse. Um uns willkommen zu heißen wurden alle Mitarbeiter und wir Volontäre zum Fufu- Essen bei Evans Mutter eingeladen. Fufu ist ein Maniokkloß, der ein wenig an die Konsistenz von rohem Teig erinnert und zusammen mit Palmnutsoup, Thunfisch und Krabben richtig lecker schmeckt. Gegessen wurde natürlich mit den Händen, jeweils zu zweit oder zu dritt aus einer Schüssel.

Angefangen...
...haben nicht nur wir Volontäre, sondern auch Father Joseph. Father Chris, der bisherige Betreuer des Projekts, wird sich in Zukunft neuen Aufgaben zuwenden. Seinen Platz im Projekt übernimmt von nun an Father Joseph. Er ist der erste ghanaische Pater der Salesianer Don Boscos und betreut neben der Aktion Lichtblicke auch noch ein anderes Straßenkinderprojekt der Don Boscos in Tema. Anders als Father Chris ist dies allerdings seine einzige Aufgabe, sodass er viel mehr Zeit und Energie investieren kann. So möchte er zum Beispiel regelmäßige interne Gottes-dienste im Girlshouse und FCP einführen und mit Katechesen beginnen. Momentan ist er aber noch dabei das Projekt kennen zu lernen, sich ein Büro im Girlshouse einzurichten und sich mit den Strukturen vertraut zu machen.

Umgezogen...
...in ein neues Haus sind unsere Mädchen. Eine Woche lang fegten, schrubbten und wischten Madam Joyce, wir Volontäre und nachmittags auch die Mädchen das neue, viel größere Girlshouse. Das „House of St. Francis“ gehört der Erzdiözese Accra und beherbergte anfangs die Salesianer Don Boscos bis diese vor einigen Jahren in das neue Don Bosco Center umzogen. Es bietet nun, im Gegensatz zum alten Mama Magaret House genügend Platz für Madam Joyce, zwei weibliche Volontäre, unsere zehn Mädchen, sowie einige Mädchen der Don Bosco Schule. Zwei Tage, Ende September, wurde dann gepackt, die Stockbetten im Mama Magaret House abgebaut und alles mit vereinten Kräften ins neue Mama Magaret Home gebracht. Nun sind wir schon über einen Monat dort, Laura und Christina leben mit den Mädchen auf einem Flur, was ein viel intensiveres Miteinander ermöglicht und auch Madam Joyce hat mit ihrem Sohn Kevin einen eigenen kleinen Bereich erhalten. Wir haben nun eine eigene kleine Kapelle für die Morgenandachten, einen Klassenraum für die Hausaufgabenbetreuung und einen kleinen Gemeinschaftsraum, in welchem am Wochenende ferngesehen werden darf. Auch die Küche ist viel größer und wir haben einen eigenen Speiseraum.
Am 1. Dezember findet ein Einweihungsfest statt, mit Gottesdienst, traditionellen Tanzeinlagen der „Culturegroup“, einer Darbietung des Chores, sowie einer Hausführung. Als Gäste erwarten wir eine Vertretung des Erzbischofes, die Nachbarschaft und den „Chief“ unseres Bezirks.

Aufgebrochen...
...auf ihrem Weg Richtung Zukunft sind einige „Small Boys“ und eines der Mädchen, die nun jeden Morgen die Schuluniform anziehen und mit stolzgeschwellter Brust unter den bewundernden Augen der anderen zur Schule gehen. Nach einem Einstufungstest besuchen nun die meisten die dritte Klasse verschiedener Primary Schools, die etwa den deutschen Grundschulen entsprechen.
Roland, Tettech, Christian, Olungo, Richard , Gideon und Kwabena (v.l.) haben nach viel Arbeit ihren ersten großen Schritt, vom “House Boy”, zum “School Boy”, geschafft. Zur Zeit besuchen über dreißig Jungen und zehn Mädchen unseres Projekts verschiedene Schulen oder absolvieren Ausbildungen, hinzu kommen noch Kinder, die auswärtige weiterführende Schulen besuchen oder deren Familien mit Schulgeld unterstützt werden.

Eingezogen...
...sind einige neue Jungen in den First Contact Place. Insgesamt füllen sie jetzt zusammen mit den verbliebenen Jungen vier Klassen zu je zwei bis fünf Schülern, die jeweils von einem Mitarbeiter und einem Volontär betreut werden. Ziel ist es die dreizehn Jungen fit für die Schule zu machen, sie zu motivieren und an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen. Für viele ist es nicht einfach den ganzen Morgen, lediglich durch die Pause unterbrochen, an den Schreibtischen zu sitzen. Für die grundlegenden Rechen- und ABC-Aufgaben ist dann alle Fantasie gefragt um den Unterricht aufzulockern und zum Beispiel durch kleine Spiele interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Einige der neuen Jungen haben auch noch große Probleme mit dem Englischen, welches in Ghana Amtssprache ist. Zum Mathe- und Englischunterricht kommt nun noch „Science“ und „Religious Education“ hinzu. Durch das erstere sollen den Kindern spielerisch ganz einfache Zusammenhänge erklärt werden, aber zum Beispiel auch warum es notwendig ist, sich täglich die Zähne zu putzen und sich zu waschen, was für einige durchaus nicht selbstverständlich ist. Im Religionsunterricht soll Lust auf den Glauben geweckt werden. Es werden Geschichten erzählt, es wird gemalt, gemeinsam gebetet und gesungen.


Wisdom und Sheriff sind zwei Jungen, die momentan die „morning classes“ im First Contact Place besuchen und kurz ihre Geschichte erzählen:

Wisdom

„Ich bin dreizehn Jahre alt und habe eine große Familie, aber nicht hier. Meine Mutter starb als ich etwa ein Jahr alt war. Mein Vater lebt hier in Ashaiman. Vor drei Monaten kam ich ins FCP. Als ich fünf Jahre alt war bin ich zur Schule ge-gangen. Aber nach drei Jahren konnte mein Vater die Schulgebühren nicht mehr bezahlen, da er krank wurde und nicht mehr arbeiten konnte. Bevor ich ins FCP ging habe ich in Tema (Hafenstadt nahe Ashaiman) nach Aluminium gesucht. Ich habe es an verschiedenen Plätzen weiterverkauft. Manchmal habe ich gute Geschäfte gemacht, oft aber auch fast gar nichts verdient. Ich möchte wieder zur Schule gehen und ein Anwalt werden.“

Sheriff

„Ich bin vierzehn Jahre alt. Meine Mutter lebt in Prampram, mein Vater in Accra. Ich habe sieben Geschwister, die bei meiner Mutter leben. Eines Tages musste ich mit zu einer Frau gehen um dort im Haushalt zu helfen. Sie hat mich schlecht behandelt und geschlagen, deshalb bin ich weggerannt. Zusammen mit Christian, Senjo, Richard und Tettech habe ich dann auf dem Markt gearbeitet und „bolabola“ (Müll) gesammelt und zusammen beim „small market“ geschlafen. Brother Bonney kam in der Nacht und hat sie mitgenommen, ich habe woanders geschlafen und bin dann am nächsten Tag ins FCP gegangen. Jetzt gehe ich in die morning classes und will möglichst bald in die Schule.“


Gott behüte Sie und schütze Sie auf all Ihren Wegen.

Meda wo ase (sprich: Medaase)
-herzlichen Dank für all Ihre Unterstützung und Ihre Gebete !

Wir wünschen Ihnen besinnliche Festtage und ein erfolgreiches Jahr 2008.

Laura, Christina, Steffen und Lucas