Der gute Mensch am Höllentor
Die Hölle war total überfüllt, und noch immer stand eine lange Schlange am Eingang.
Schließlich musste sich der Teufel selbst herausbegeben, um die Leute fortzuschicken. "Bei mir ist nur noch ein einziger Platz frei", sagte er, "den muss der größte Sünder bekommen."
Der Teufel hörte sich die Verfehlungen der einzelnen an.
Aber was auch immer sie ihm erzählten, nichts schien ihm schrecklich genug, als dass er dafür den letzten Platz in der Hölle hergeben mochte.
Doch da stand noch ein Mann ganz für sich allein, den er noch nicht befragt hatte. "Was haben Sie denn getan?" fragte ihn der Teufel. "Nichts", sagte der Mann, "ich bin ein guter Mensch und nur aus Versehen hier."
"Aber Sie müssen doch etwas getan haben", sagte der Teufel, "jeder Mensch stellt etwas an."
"Ich sah es wohl", sagte der gute Mensch, "aber ich hielt mich davon fern. Ich sah, wie Menschen ihre Mitmenschen verfolgten, aber ich beteiligte mich niemals daran. Sie haben Kinder hungern lassen und in die Sklaverei verkauft; sie haben auf den Schwachen herumgetrampelt. Überall um mich herum haben Menschen Übeltaten jeder Art begangen. Ich allein widerstand der Versuchung und tat nichts."
"Absolut nichts?" fragte der Teufel ungläubig, "sind Sie sich völlig sicher, dass Sie das alles mitangesehen haben?"
"Vor meiner eigenen Tür", sagte der "gute Mensch".
"Und nichts haben Sie getan?" wiederholte der Teufel.
"Nein!"
"Komm herein, mein Sohn, der Platz gehört dir!"
Und als er den "guten Menschen" einließ, drückte sich der Teufel zur Seite, um nicht mit ihm in Berührung zu kommen.

nach Calderón



Liebe Freundinnen und Förderer unseres Straßenkinderprojektes in Ashaiman,

Eine befremdliche Geschichte zu Weihnachten werden Sie denken. Was hat denn die Frage des Teufels "Was haben Sie denn getan?"– mit mir zu tun? Diese Antigeschichte zu Weihnachten bringt gerade ans Licht, wie sehr Er, Jesus angekommen ist bei Ihnen den Wohltäterinnen und Spendern wie auch in den Kindern und Jugendlichen des Projektes. Immer wieder durften wir erfahren, wie aus dem Fragezeichen hinter dem Satz "Was haben Sie denn getan?" ein Ausrufezeichen geworden ist.

"Was haben Sie denn getan!"

Sie waren und Sie sind da! Nicht aus Versehen, sondern Sie wollten da sein und Not wenden helfen. Sie haben sich die Situation der Kinder und Jugendlichen in Ghana zu Herzen gehen lassen. Sie haben gehandelt!

"Was haben Sie denn getan!"–

Das könnte deshalb auch die Überschrift des Adventskalenders sein, der diesem Brief beiliegt. Es ist der Ausruf des Dankes unserer Kinder, Jugendlichen und auch Mitarbeiter im Straßenkinderprojekt in Ghana. Mit diesem Kalender sprechen Sie Ihnen ihren Dank aus, für alles, was dank Ihrer Hilfe und Unterstützung entstanden ist.

"Was haben Sie denn getan!" –

Darin drückt sich auch unser Dank aus. Wir haben 1997 nicht zu träumen gewagt, was durch Ihre stille Hilfe bis heute alles möglich geworden ist. Aus der Idee der Förderung einer einfachen Berufsschulklasse für ein Jahr ist eine Unterstützungsgeschichte für hunderte von Straßenkindern aus dem Slum von Ashaiman geworden.

"Was haben Sie denn getan!" –

Das, so hoffen wir, dürfen wir auch in Zukunft ausrufen!
Denn wir sind weiter auf Ihre großherzige Hilfe und Unterstützung angewiesen. In diesen Tagen entsteht das neue Zentrum mit den Häusern für Mädchen und Jungen. Im Gottvertrauen und mit der Erfahrung Ihrer Hilfe haben wir dieses Bauvorhaben gestartet. Allerdings fehlt uns zurzeit noch das Geld für die Küche und die Inneneinrichtung der Häuser.

Deshalb: Helfen Sie mit, dass wir bald wieder staunend sagen können:

"Was haben Sie denn getan!"

In diesem Sinne wü:nschen wir Ihnen und Ihren Familien eine frohmachende Weihnacht, in der Sie spüren, dass Er ankommt. Bleiben Sie auch in 2015 an unserer Seite.


P. K. Lienhard     P. B. Heisterkamp     Marie-Claret Platzküster